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Gent

Von Brüssel aus sind es eineinhalb Stunden mit dem Zug. Die Fahrt in den belgischen Zügen ist angenehm und die Landschaft beschaulich. Grüne Wiesen, kleine Wälder, Dörfer. Nach ein paar Tagen im quirligen Brüssel mutet die Fahrt ein wenig wie eine Reise in eine andere Realität an. Und so ist es auch.

Nach wenigen Metern auf dem Weg von Bahnhof in Richtung Zentrum wird jedem klar warum. Es ist plötzlich so ruhig. Die französisch-arabische Quirligkeit Brüssels fehlt völlig, was wohl daran liegt, dass es hier keine Wallonen und keine Marokkaner gibt. Flämische Beschauligkeit prägt Gent. Fast möchte man sagen, es ist etwas spießig hier, aber richtig ist eher entspannt, ordentlich und sauber.

Untermauert wird die Tatsache, dass sich der Reisende wirklich ganz wo anders befindet durch das andere Gesicht der Stadt. Der Anteil Gründerzeithäuser ist wesentlich geringer als in Brüssel. Stattdessen dominieren das Stadtbild typisch flämische Fassaden. Roter Klinker und die eigentümlichen flämischen Giebel tragen ihren Teil dazubei. Generell scheint aber auch der Anteil Häuser aus dem 16. - 18. Jh wesentlich höher zu sein.

Seinen einmaligen Charme bekommt Gent durch die Verzweigungen der Leie. Hier kommt Grachtenflair in klein auf. Während eines Stadtrundganges führt der Weg zwangsläufig immer wieder über Brücken. Ganze Häuserzüge sind direkt ans Wasser gebaut. Das ist einfach charmant, vor allem wenn man direkt am Wasser sitzt, die herrliche Aussicht genießt und einen Latte Macchiato trinkt. Ende April war das bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad kein Problem.

Kleine Cafés und nette Restaurants gibt es in den Nebenstraßen. Im Prinzip übersteht jeder den Tag gut mit belgischen Waffeln, die immer eine Sünde wert sind, einem Salat und gut gekühltem Hoegaarden. Das ist ein belgisches Hefebier, das sehr erfrischend ist, aber nicht so streng schmeckt, wie die bayrischen Kollegen.

Wer keinen Wert auf Museen legt, kann sich einen guten Eindruck von Gent zu Fuß an einem Tag verschaffen. Die weibliche Begleitung sollte dann aber nicht hochhackig unterwegs sein. Ersten ist die hitorische Altstadt gepflastert ist und zweitens, weil schon ein paar Kilometer zusammenkommen.

Klaus-Henning Schütt